Buchblog Rezension: Bittere Reue von Linda Castillo

von Sylvia
veröffentlicht: zuletzt aktualisiert am

Buchblog Rezension: Bittere Reue von Linda Castillo

Vertraute Muster, aber wieder durchgesuchtet

Auf manche Fortsetzungen freue ich mich schon lange vor ihrem Erscheinen. „Bittere Reue“, der 17. Band der Kate-Burkholder-Reihe von Linda Castillo, gehört für mich eindeutig dazu. Ich liebe diese Reihe und habe sehnsüchtig auf die Veröffentlichung gewartet. Entsprechend hoch war meine Vorfreude, als ich das Hörbuch endlich über mein Audible-Abo* hören konnte.

Und was soll ich sagen: Ich habe es durchgesuchtet. Gleichzeitig merke ich nach inzwischen 17 Bänden, dass mir manche Abläufe etwas zu vertraut geworden sind. Das hat mein Hörvergnügen zwar kaum gebremst, nimmt der Geschichte natürlich aber einen Teil ihres möglichen Überraschungsmoments.

Bittere Reue – Das Hörbuch auf einen Blick

  1. Titel: Bittere Reue*
  2. Autorin: Linda Castillo
  3. Reihe: Kate Burkholder ermittelt, Band 17
  4. Genre: Thriller / Krimi
  5. Format und Sprache: Hörbuch, Deutsch
  6. Sprecherin: Tanja Geke
  7. Übersetzung: Helga Augustin
  8. Audioverlag: argon digital
  9. Erscheinungsdatum der Hörbuchausgaben: 29. Juli 2026
  10. Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

Worum geht es in Bittere Reue von Linda Castillo?

Glühende Hitze und eiskalte Morde

Hochsommer in Painters Mill, Ohio. Die Hitze bringt das Leben in der Kleinstadt fast zum Erliegen, doch die Ruhe findet ein jähes Ende, als drei Kinder die brutal zugerichtete Leiche eines jungen amischen Mannes entdecken. Kaum hat Polizeichefin Kate Burkholder den Toten identifiziert, als einige Meilen entfernt ein weiteres Mordopfer gefunden wird.

Während der Ermittlungen stößt Kate auf eine Wand aus Schweigen. Niemand aus der amischen Gemeinde ist bereit, mit ihr über die Toten zu sprechen. Bis ein geheimnisvoller Hinweis eingeht, der Kate auf eine neue Spur bringt. Doch je näher sie dem Täter kommt, desto stärker wird ihre Befürchtung, dass die Geheimnisse, die unter der idyllischen Oberfläche von Painters Mill brodeln, ein weiteres Leben fordern werden.

Der 17. Fall der Bestseller-Reihe mit Polizeichefin Kate Burkholder

Sofort wieder mitten im Geschehen

Linda Castillo schafft es bei mir immer wieder, dass ich schnell in die Geschichte hineinkomme. Auch bei „Bittere Reue“ war ich sofort dabei und wollte wissen, wie es weitergeht. Vor allem das Tempo und die Atmosphäre haben mich mitgerissen. Es ist diese Sogwirkung, wegen der ich bei der Reihe so gern zum nächsten Band greife. Und ja, Spoileralarm! – ich freue mich schon auf Band 18!

Dabei musste mich der Fall gar nicht bis zuletzt völlig im Dunkeln lassen. Mein Verdacht ging schon relativ früh in die Richtung, die sich am Ende bestätigte. Trotzdem blieben die Zusammenhänge spannend. Eine Vermutung zu haben und zu erfahren, wie alles zusammenpasst, sind für mich zwei unterschiedliche Dinge. Hier wollte ich unbedingt weiterhören, obwohl ich bereits eine Ahnung hatte.

Auch das amerikanische Setting spricht mich an. Wir waren leidenschaftlich gern in den USA unterwegs, auch wenn Ohio bislang nicht auf unseren Reisen dabei war. Geschichten in den USA, Kanada oder Großbritannien lese und höre ich grundsätzlich gern. Das amische Umfeld gehört für mich fest zur Kate-Burkholder-Reihe und ihrer vertrauten Atmosphäre.

Kate dürfte aus ihren Erfahrungen mehr lernen

Mein größter Kritikpunkt betrifft weniger den einzelnen Fall als die wiederkehrende Grundstruktur. Kate begibt sich allein in Gefahr, obwohl Verstärkung anzufordern oder auf sie zu warten die naheliegende Entscheidung wäre. Nach so vielen Fällen wünsche ich mir, dass ihre Erfahrungen stärker in ihrem Verhalten ankommen.

Natürlich darf eine Hauptfigur Fehler machen. Gerade bei einer langjährigen Reihe möchte ich aber auch eine persönliche Entwicklung erkennen. Wenn sich ähnliche riskante Entscheidungen immer wiederholen, wirkt es auf mich irgendwann weniger wie eine nachvollziehbare Entscheidung der Figur und mehr wie ein fest eingeplanter Baustein des Spannungsbogens.

Das betrifft für mich auch den Buchaufbau insgesamt. Man kennt bestimmte Abläufe inzwischen und ahnt, in welche Richtung sich die Dramaturgie bewegen wird. Ein ähnliches Gefühl habe ich gelegentlich bei der Lincoln-Rhyme-/Amelia-Sachs-Reihe* von Jeffery Deaver: als gäbe es eine bewährte Schablone, in die ein neuer Fall eingesetzt wird.

Das macht die Geschichten für mich keineswegs schlecht. Die vertraute Struktur bringt schließlich auch etwas mit, das ich an einer Reihe schätze: Ich weiß ungefähr, welches Hörerlebnis mich erwartet. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass Castillo diese Erwartungen gelegentlich deutlicher durchbricht und die Hauptprotagonistin, statt ständig so beratungsresistent zu sein auch eine persönliche Entwicklung und Reifung mitmacht. „Bittere Reue“ endet für mich schlüssig; etwas mehr Überraschung im Aufbau hätte den Band dennoch bereichert.

Buchblog Rezension zu Bittere reue von Linda Castillo aus der Kate Burkholder Reihe
Cover: ©Fischerverlag

Tanja Geke ist für mich die ideale Besetzung

Einen großen Anteil daran, dass ich das Hörbuch so gern gehört habe, hat Tanja Geke. Ich liebe ihre dunkle Erzählstimme. Für mein Empfinden passt sie hervorragend zu diesem Genre und zur Atmosphäre der Geschichte.

Ihre Stimme und Castillos mitreißender Schreibstil ergänzen sich für mich ausgesprochen gut. Beides trägt dazu bei, dass mich der Fall auch dann bei der Stange hält, wenn ich gewisse Handlungsmuster bereits erkenne. Tanja Geke ist für mich hier die absolute Topbesetzung.

Mein Fazit zu Bittere Reue von Linda Castillo: große Hörfreude mit einem Wunsch für die Fortsetzung

„Bittere Reue“ hat mir genau die intensive Hörzeit beschert, auf die ich mich gefreut hatte. Ein spannender Fall, viel Tempo, eine dichte Atmosphäre und Tanja Geekes dunkle Stimme haben dafür gesorgt, dass ich immer weiterhören wollte.

Für kommende Bände würde ich mir vor allem mehr Entwicklung bei Kate und mehr Mut, die vertraute Dramaturgie aufzubrechen, wünschen. Meine Begeisterung für die Reihe bleibt trotzdem bestehen.

Der Band ist aus meiner Sicht auch ohne Vorkenntnisse hörbar. Empfehlen würde ich dennoch, mit Band 1 „Die Zahlen der Toten“* anzufangen – einfach, weil die Reihe so viel Spaß macht.

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen.

Bittere Reue – zum Hörbuch*

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