Buchblog Rezension – Der Verehrer von Charlotte Link
Inhaltsverzeichnis
Falsche Erwartungen, enttäuschendes Leseerlebnis
Buch-Steckbrief
- Autorin: Charlotte Link
- Titel: Der Verehrer*
- Genre: Kriminalroman
- Ausgabe: Taschenbuch, Blanvalet, 5. Auflage
- Veröffentlichung dieser Taschenbuchausgabe: 2021
- ISBN: 978-3-7341-0787-0
- Mein Exemplar: gebraucht bei Medimops gekauft
- Meine Bewertung: 2 von 5 Sternen
Worum geht es in „Der Verehrer“ von Charlotte Link?
Wenn die Liebe zur Gefahr wird, brauchst du all deine Kraft und Entschlossenheit, um dein Leben zu retten …
Als in einem Waldstück die Leiche einer kürzlich ermordeten jungen Frau gefunden wird, stehen die Polizei und die Angehörigen vor einem Rätsel. Denn die Frau galt seit sechs Jahren als spurlos verschwunden. Erst ein weiteres Verbrechen führt zu neuen Ansatzpunkten und zu einer Frau, die noch nicht ahnt, dass sie das nächste Opfer sein könnte.
Ein irreführendes Cover
Nach der Kate-Linville-Reihe* und weiteren Büchern von Charlotte Link hatte ich hohe Erwartungen. Ich hatte außerdem Erwartungen an den Schauplatz. Das Cottage auf dem Cover meiner Ausgabe ließen mich einen britischen Schauplatz vermuten. In Kombination mit den anderen Büchern, die ich von Charlotte Link schon gelesen hatte und die alle in England spielten war ich mir also sicher, ich würde mich irgendwo in oder um das Bild auf dem Cover wiederfinden. Genau darauf hatte ich mich gefreut. Auch der Klappentext enthielt keinerlei Hinweis darauf, dass ich mich getäuscht haben könnte.
Stattdessen beginnt die Geschichte im Landkreis Augsburg – in einer Gegend, in der ich aufgewachsen bin. Das war eine harte Landung. Deutsche Schauplätze sprechen mich beim Lesen generell leider eher ausgesprochen selten an. Und Protagonisten, die wie in diesem Fall Wolfgang, Robert oder Lydia heißen, verursachen in mir sofortige Lustlosigkeit in Bezug auf das vorliegende Buch. Hier traf diese persönliche Vorliebe auf eine völlig andere Erwartung. Ich fühlte mich um das erhoffte Leseerlebnis betrogen und fand danach kaum noch Zugang zum Buch. Am Ende ging es mehr um die persönliche Leseehre das Buch zu beenden als um das eigentliche Lesevergnügen. Schade. Wegen einem Cover. Für mich als Bildredakteurin ein Ernst zu nehmender und bitterer Faux-pas, den ich bei einem großen Verlag wie dem Blanvalet Verlag nicht erwartet hätte. Eine text-Bild-Schere sozusagen.

Guter Schreibstil, wenig Nähe
Charlotte Links erzählerische Stärke ist in Der Verehrer* dennoch ausgesprochen gut, wenngleich ich mich anderen Rezensenten anschließen mag, die das Buch als zäh und langatmig beschreiben.. Sie kann durchaus Spannung erzeugen (die in meinem Fall sofort wieder in sich zusammenfällt, sobald das deutsche Setting präsent wird); das manipulative Beziehungsspiel und seine Hintergründe fand ich psychologisch interessant. Ohne Charlotte Links guten Schreibstil und meinen persönlichen Lese-Ehrgeiz hätte ich das Buch vermutlich nach spätesten 20 gelesenen Seiten weggelegt.
Lobend erwähnen möchte ich also den angenehmen Schreibstil, möchte aber die Vorhersehbarkeit in Der Verehrer kritisieren. Die Auflösung war für mich ebenfalls ab einem gewissen Punkt erwartbar, aber schlüssig und gut gelöst. Die Charaktere blieben mir emotional fern, aber ganz vielleicht wollte ich mich ihnen insgeheim auch nicht annähern. Weil mir einfach das Setting so widerstrebte.
Am Ende las ich wie bereits erwähnt vor allem nur deshalb weiter, um „Der Verehrer“ abzuschließen. Meine 2 von 5 Sternen spiegeln deshalb besonders meine persönliche Enttäuschung wider. Wer deutsche Schauplätze gern liest, bringt andere Voraussetzungen mit als ich und dem wird es vielleicht auch deutlich besser gefallen. Ansonsten geht meine Charlotte Link Empfehlung ganz eindeutig zur Kate Linville Reihe – nach der bin ich süchtig!
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