Wie aus unserem Elsass-Kurztrip ein entspannter Roadtrip ins französische Jura wurde
Inhaltsverzeichnis
Unser Roadtrip ins französische Jura sollte eigentlich ein Kurztrip ins Elsass werden. Und eine Einstandsfahrt mit dem Kastenwagen war auch noch längst überfällig. Also war der Plan ein verlängertes Wochenende im grenznahen Frankreich mit einem ersten, ganz entspannten Mini-Roadtrip zu verbringen. Eine kleine Auszeit hatten wir beide ohnehin bitter nötig.
Roadtrip Jura: doch dann kam alles anders
Mariä Himmelfahrt ist ein Feiertag bei uns in Bayern, den Montag habe ich ohnehin immer frei und Thomas hatte genug Überstunden auf dem Zeitkonto. Ich habe tatsächlich noch einen France Passion Führer organisiert. Falls du das nicht kennst: damit kannst du kostenfrei auf Bauernhöfen bei Winzern oder Gasthäusern stehen, im Gegenzug erwarteten, dass du etwas von den Produzenten erwirbst. Außerdem wird ein überschaubarer Jahresbetrag von derzeit 33,- Euro verlangt.
Du erhältst eine App, eine Plakette, einen Mitgliedsausweis und einen richtigen, analogen Guide, auf dem du dir deine Unterkunft für die Nacht aussuchen kannst. Der France Passion Guide ist das Pendant zum deutschen Landvergnügen. Bewaffnet mit France Passion, diversen Apps, einer Landkarte und einigen Reiseführern ging es dann schon am Donnerstag Abend nach der Arbeit los für uns.
Im Nachhinein ein wirklich weise Entscheidung, denn so konnten wir immerhin schon fahren bis es dunkel wurde. Über die App Park4Night haben wir einen kostenfreien, aber offiziellen Stellplatz direkt am Neckar in Neckartenzlingen gefunden, denn der Plan war über Land durch den Schwarzwald nach Frankreich zu fahren um die nervige deutsche Autobahn und die zahlreichen Staus und Baustellen zu meiden. Der Platz wird kostenfrei von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, liegt an einem Sportplatz und bietet Platz für 5 bis 7 Wohnmobile und dann sollte immer noch Luft sein. Wir waren vier Camper und es war noch reichlich Platz.
Ein bisschen störend war der Straßenlärm, denn auf der anderen Seite des Flusses verläuft die Bundesstraße. Bisweilen hört man nachts die Motorräder, aber irgendwann war auch das vorbei und es war ruhig. Womit ihr dir am Fluss in einer Wiese und hohen Bäumen noch rechnen müsst: Mücken. Ohne Ende Mücken. Selbst in Schottland oder Schweden hatten wir selten bis nie mit so vielen Mücken zu kämpfen.
Anfahrt über den Schwarzwald
Ist es schlau über den Schwarzwald nach Frankreich zu fahren? Lohnt sich das? Ich würde sagen jein. Denn die Landschaft, die Natur und die kleinen Dörfchen und Städtchen sind mitunter richtig bezaubernd. Uns hat besonders die Landschaft extrem gut gefallen. Und eigentlich ist es eine richtige Schande, denn der Schwarzwald liegt für uns ja noch relativ nah, trotzdem waren wir hier bisher immer nur auf der Durchfahrt. Dabei ist der Schwarzwald ein Paradies für Reisende wie uns, die sich gerne draußen in der Natur beim Wandern erholen.
Wir sind jedenfalls unserem Wohnmobil Sygic Navi gefolgt. Ob das unsere beste Idee war? Hmmmm, ich denke wir müssen noch mit den genauen Einstellungen experimentieren. Denn die Maße unseres Kastenwagens haben wir dort hinterlegt, aber um es positiv zu formulieren: es war eine super Übung für unseren anstehenden Roadtrip nach England und die Single Track Lanes. Also ja, es war wunderschön, aber es war herausfordernd.
Roadtrip Jura – und ein bisschen Elsass-Luft unterwegs schnuppern
Im Elsass waren wir nicht zum ersten Mal, auch wenn ihr auf unserem Blog lediglich einen Artikel über den Weihnachtsmarkt in Strassburg finden könnt. Ziemlich viele Orte kennen wir bereits, aber es gibt noch immer einiges zu entdecken. Was wir befürchtet hatten, trat auch ein: es waren Sommerferien, es war Brückentag und es war bestes Wetter. Zumindest für diejenigen unter uns, die es noch mögen, wenn es über 30 Grad hat.
Bereits beim Durchfahren – einen exakten Plan gab es ja nicht – haben wir gemerkt, es ist wirklich voll. Wir wollten uns aber auch etwas entspannen und übervolle Dörfchen und Städtchen bei über 30 Grad sind nichts für mein ADHS-Gehirn, das schnell zur Reizüberflutung neigt und sich ohnehin gerade mehr nach Ruhe und Erholung sehnt. Also entschieden wir weiterzufahren und so kam es dann schließlich zu unserem Roadtrip ins Französische Jura.
Bezauberndes Dôle: Mittelalterliches Städtchen in der Bourgogne-Franche-Comte
Wer uns schon länger folgt, der weiß, wir mögen charmante Dörfchen und Städtchen und neben Dôle gibt es hier einige weitere. Aber an Dôle konnte ich mich von einer früheren Reise mit dem Wohnwagen erinnern. Das Bild von dem Kanal mit den urigen Hausbooten und der Mittelalterlichen Stadt dahinter hat sich bei mir eingebrannt. Für Wohnmobilisten gibt es einen Stellplatz außerhalb der Stadt direkt am Kanal, wobei ich nicht weiß, ob er kostenpflichtig ist und ob das Stehen mit dem Wohnmobil erlaubt ist. Es stehen jedenfalls sehr viele Wohnmobile hier.
Wir hatten inzwischen 36 Grad, der Stellplatz war einfach nur ein gekiester Stellplatz und über den freien Plätzen gab es keinerlei Schatten. Bei Google Maps hatte ich noch einen Campingplatz gleich um die Ecke gefunden, von dem aus man theoretisch auch in die Stadt spazieren hätte können. Was mir in dem Moment aber viel wichtiger war: ich hatte gesehen, es gibt hohe Bäume und das zahlreich. Also wagten wir den Versuch. Und ergatterten den allerletzten Platz. Der natürlich bis zum Ende des Tages in der prallen Sonne stand.

Abendspaziergang nach Dôle
Es war immer noch super heiß, weshalb ich mir ein nasses Handtuch über die Schultern gelegt habe. Zum Glück war kein Essen gehen geplant. Vom Campingplatz du Pasquier braucht ihr vielleicht 10 Minuten um ins mittelalterliche Färberviertel von Dôle zu gelangen. Ihr spaziert einfach entlang des Kanals, wo einige mehr oder weniger gepflegte Hausboote liegen. Manche werden ganz schön vernachlässigt, was wirklich schade ist, auf manch anderen werden liebevoll ganze Gärten angelegt. Da gerät man schon mitunter ins Schwärmen.





Und wenn ihr der Linksbiegung des Kanals folgt liegt auch schon das charmante, mittelalterliche Dôle vor Euch. Es gehört zum Département Jura und Region Bourgogne-Franche-Comté. Das Städtchen liegt am Doubs, der größte Nebenfluss der Saône. Neben dem Doubs fließt auch noch der Rhein-Rhone-Kanal durch Dôle, weshalb man hier nicht nur die großen fest bewohnten Hausboote bewundern kann, sondern auch die zu mietenden Hausboote vor Anker liegen.
Dôle war einst die Hauptstadt der Franche-Comté. Die Altstadt, auch als Vieux Dôle bekannt, ist ein kleines Labyrinth aus engen Gassen und Kopfsteinpflasterwegen, gesäumt von historischen Gebäuden aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Das markanteste Wahrzeichen ist die Kollegiale Notre-Dame, deren imposanter Glockenturm die Stadt überragt und einen atemberaubenden Blick über die Dächer und die umliegende Landschaft bietet.




Entlang des Flusses, an dem sich einst die Färber niedergelassen hatten, laden malerische Uferwege und alte Brücken zum Spazieren und Verweilen ein. Hier findest du auch zahlreiche Restaurants und hätte ich nicht mein nasses Handtuch über den Schultern gehabt und wäre es nicht noch immer so heiß gewesen, hätten wir uns sicher zu einem Abendessen in dieser tollen Atmosphäre hinreißen lassen. Dôle ist zudem die Geburtsstadt des berühmten Wissenschaftlers Louis Pasteur, dessen Geburtshaus heute ein Museum ist und Einblicke in sein Leben und seine bahnbrechende Arbeit gibt. Denn auch der Vater war einer der Färber, die einst an der Doubs ihrem Handwerk nachgingen.



Roadtrip Jura: Zurück entlang des Doubs
Die Nacht war aufgrund der anhaltenden Hitze wirklich anstrengend, denn es wurde erst in den frühen Morgenstunden langsam erträglich, weshalb wir auch ausnahmsweise etwas länger geschlafen haben. Also für unsere Verhältnisse. Nachdem uns alle als Frühaufsteher kennen, haben uns die wilden „Guten Morgen“-Nachrichten aus der Familien WhatsApp Gruppe dann doch um den Schlaf gebracht.
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es dann auch langsam wieder zurück Richtung Heimat. Dafür haben wir eine Route entlang des Doubs gewählt. Der Fluss ist umgeben von sanften, bewaldeten Hügeln und vor meinem inneren Auge ist schon der Indian Summer zu seiner vollen Pracht erwacht. Aber eben leider nur in meiner Fantasie. Aber ganz egal, ob Herbst oder wie jetzt im Sommer: dieses Tal ist super lieblich und lässt sich sicher auch noch mit einer längeren Tour verbinden.
Die letzte Nacht in Frankreich
Der Doubs entspring im Jura, fließt dann in die Saône und von dort in den Rhein. Wenn man also Richtung Schweiz zurück möchte bietet sich dieser Weg an. Übernachten wollten wir aber noch einmal in Frankreich. Leider gab es rund um die Ecke, in der wir bleiben wollten, keinen passenden und uns ansprechenden France Passion Stellplatz. Deshalb haben wir uns wieder schnell und ohne großes Aufhebens um einen Stellplatz oder Campingplatz über Google Maps gemacht. Und wir wurden schnell fündig.

Wir haben einen kleinen und richtig süßen Campingplatz gefunden. Gar nicht groß mit vielen alten Bäumen. Allerdings war ich ganz froh, dass wir mit dem Kastenwagen nun nicht mehr auf die Sanitäranlagen an Campingplätzen oder Stellplätzen angewiesen sind. Der Empfang an der Rezeption war mega freundlich, es hätte sogar einen Pool gegeben und wir konnten uns für den nächsten Morgen Baguette – und Pain au chocolat – bestellen.

Und hier konnten wir tatsächlich auch wirklich gut schlafen. Es war etwas abgekühlt, es war schattig und es hat sogar geregnet. Nach unserem Frühstück ging es dann gut gestärkt durch die Schweiz zurück in die Heimat. Wir waren eigentlich noch gar nicht bereit für die Rückfahrt und es hat sich einfach angefühlt wie die komplett falsche Richtung. Aber wir konnten feststellen, unser Van passt perfekt zu uns. Und wir bereuen es keine Sekunde das Dachzelt gegen einen Kastenwagen einzutauschen. Aber dazu wird es sicher noch einen eigenen Blogartikel geben.
Fazit zu unserem Roadtrip Jura
Und damit ging unser kleiner Roadtrip ins französische auch schon zu Ende. Wir sind normalerweise ja deutlich aktiver und wären eigentlich gerne wandern gegangen, hätten uns gerne noch das eine oder andere urige Dörfchen im französischen Jura angeschaut. Aber wir sind ja schon ab 25 Grad total hitzeempfindlich, da waren deutlich über 30 Grad einfach viel zu viel. Was wir aber festgestellt haben, dass das Tal entlang der Doubs und auch das Französische Jura noch so einiges für uns bereithalten.
Für uns ist es eine Region, die sich von der Distanz auf Fahrten nach Frankreich, Spanien oder Portugal gut als Zwischenstopp eignen, so dass wir diese Region sicher eher peu à peu erkunden werden. Ganz sicher kann man auch gut einen kürzeren Urlaub hier verbringen, aber wir persönlich würden damit unseren perfekten Zwischenstopp zur ewigen Langeweile verurteilen. Also freuen wir uns jetzt schon auf das nächste Häppchen Französischer Jura!
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