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Nicklheimer Filze | Kleiner Rundweg durch das Moor

von Sylvia

Nicklheimer Filze | Kleiner Rundweg durch das Moor 

Die Nicklheimer Filze sind Bestandteil eines Zusammenschlusses mehrerer Hochmoore bei Raubling im Chiemgau. Durch das Moor führt ein kleiner Rundweg von etwa vier Kilometern, mit kleinen Abstechern zu Aussichtspunkten kommt man auf knapp fünf Kilometer, was diese Rundwanderung zu einer idealen Familienwanderung macht.

Pflanze in den Rosenheimer Stammbeckenmooren

Nicklheimer Filze Raubling – Lage und Anfahrt

Die Nicklheimer Filze liegt wie schon eingangs erwähnt südlich der A8 bei Raubling, genauer gesagt bei Nicklheim. Wenn Ihr mit dem Auto aus Fahrtrichtung München anreist, dann achtet darauf, dass Euch Euer Navi nicht eine Abfahrt zu früh von der Autobahn abfahren lässt. Uns ist genau das passiert und wir sind auf diese Weise quer über Feldwege und Umleitungen letztlich einen riesen Umweg gefahren. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn Ihr die Abfahrt 102 Rosenheim nehmt. Von dort geht es in den Süden Richtung Raubling und dann weiter nach Nicklheim.

Ast einer Moorkiefer

Nicklheimer Filze Parkplatz und Startpunkt

Parken könnt Ihr ganz bequem am Wanderparkplatz am Ortsausgang von Nicklheim. Achtung! Der Parkplatz ist höhenbeschränkt auf 2,20 m. Für unseren Opel Insignia plus Dachzelt ging das gut, aber für Wohnmobile ist parken hier natürlich nicht möglich. Schräg gegenüber ist aber ein Sportplatz, an dem sich weitere Parkplätze befinden. Wir haben bei unserem Besuch zumindest auch ein Wohnmobil gesehen, das dort geparkt hat. Vom Parkplatz aus starten die Wanderwege ins Nicklheimer Moor. Folgt am Besten einfach der Anschilderung Richtung Moorstation. Wir haben Euch auch diesmal wieder die Tour auf Outdooractive angelegt. Dort könnt Ihr Euch einfach die Wanderung merken und Euer Smartphone als Navigationshilfe nutzen. Oder Euch einfach die GPX-Daten herunterladen.

Geschichte der Nicklheimer Filze

In den Rosenheimer Stammbeckenmooren hat man früher in großen Mengen Torf gestochen. Zunächst natürlich nur in kleineren Mengen von den Bauern der Umgebung per Hand. Torf diente damals als Einstreu in Ställen, aber auch zum Heizen. Man nannte Torf auch die „Kohle der armen Leute“. Torf wächst übrigens nur einen Millimeter pro Jahr. Es dauert somit mehrere tausend Jahre bis so eine Moorlandschaft entsteht. Später begann der industrielle Raubbau an diesem einzigartigen Ökosystem der Nicklheimer Filze.

Ein Bachufer in der Nicklheimer Filze

Genauer gesagt ab 1876 unter Torfbaumeister Joseph Nickl. So entstand auch der kleine Ort Nicklheim, ehemals eine Siedlung der Torfarbeiter. In der Nachkriegszeit begann Torf eher an Bedeutung für den Gartenbau zu gewinnen. Der Bayerische Rundfunk hat einen 12-minütigen Film über die „Nicklheimer Fuizn“ in seiner Mediathek, der auf jeden Fall sehenswert ist. Zumindest wenn man sich für die Geschichte und Hintergründe der bayerischen Moore interessiert. Erst 2006 schloß das Werk in Nicklheim endgültig seine Pforten und man begann mit der gezielten Renaturierung des Hochmoores.

Kiefern in einem Moor im Chiemgau
Pflanze in einem Moor im Chiemgau
Gleise der alten Torfbahn in der Nicklheimer Filze

Der Lehrpfad durchs Moor

Ihr beginnt die Rundwanderung durch die Nicklheimer Filze am Wanderparkplatz und folgt dem Forstweg Richtung Moorstation über den Blaukehlchenweg. Der erste Abzweig ist der etwa 100 Meter lange, sogenannte „Schwarzkehlchenpfad“. Er führt Euch durch die Filze zu den ersten beiden Aussichtsplattformen. Von dort habt Ihr einen tollen Blick über einen Moorsee Richtung Kollerfilze und Sterntalfilze. Was genau man unter „Filze“ versteht, habe ich in unserem Blogartikel über die Inzeller Filze schon einmal genauer erläutert. 

Nicklheimer Filze Schwarzkehlchenpfad
Nicklheimer Filze Moorsee
Nicklheimer Filze Moorsee
Nicklheimer Filze Moorsee

Wenn Ihr begeisterte Hobby-Ornitologen seid, dann nehmt auch unbedingt ein Fernglas mit. Von den Aussichtsplattformen lassen sich toll alle möglichen Vögel beobachten. Insbesondere die Lachmöwen haben die Nicklheimer Filze für sich als Refugium, beziehungsweise Brutgebiet entdeckt. Weiter gehts zurück über den Blaukehlchenpfad zum grünen Klassenzimmer. Gegenüber auf der rechten Seite befindet sich das botanische Lehrgelände. Entlang eines Blockbohlenweges gibt es Tafeln, auf denen man Moor-Pflanzen identifizieren kann.

Nicklheimer Filze

Bevor man das Lehrgelände betritt, findet Ihr auch noch eine Art Unterstand. In dem werden einige Geräte gezeigt, die für den Torfabbau genutzt wurden. Lässt man das Botanische Lehrgelände einfach „rechts liegen“, gelangt man zur Hütte der Torfarbeiter. Dort kann man auch wunderbar an Tischen sein Picknick genießen. Im weiteren Verlauf gelangt man zu einem Aussichtsturm für Vogelbeobachtung. Geht da unbedingt hoch, denn die Aussicht ist großartig.

Dann geht es zurück Richtung Torfarbeiterhütte und schließlich durch das Botanische Lehrgelände auf den Braunkehlchenpfad. Auch entlang dieses Pfads gibt es noch eine kleine Abzweigung auf einen Hügel. Von dem Bänkchen genießt Ihr eine fantastische Aussicht über die Moorlandschaft und könnt toll Vögel beobachten. Entlang von Gleisen der ehemaligen Torfbahn führt Euch der Braunkehlchenpfad auf die Panger Straße. Wenn Ihr dieser Straße Richtung Süden folgt, gelangt Ihr wieder zurück zum Ausgangspunkt, den Wanderparkplatz.

Nicklheimer Filze Botanisches Lehrgelände
Nicklheimer Filze Botanisches Lehrgelände
Nicklheimer Filze Botanisches Lehrgelände
Nicklheimer Filze Botanisches Lehrgelände

Beste Jahreszeit für die Nicklheimer Filze

Es gilt hier dasselbe wie für alle Moore: es gibt eigentlich keine gute oder schlechte Jahreszeit. Ein Moor, insbesondere ein Hochmoor wie die Nicklheimer Filze, hat immer seinen Reiz. Besonders schön sind natürlich das Frühjahr, wenn das Wollgras blüht und der Spätsommer zur Heidekrautblüte. Im Sommer sollte man unbedingt auch an Mückenschutz denken! Wenn es trocken ist, bietet sich auch ein Picknick in den Nicklheimer Filzen an. Wir haben einige Picknicktische gesehen, öffentliche Toiletten gibt es wie immer in Bayern an populären Wanderwegen weit und breit keine. 

Gleise der alten Torfbahn in der Nicklheimer Filze
Moorsee in der Nicklheimer Filze
Nicklheimer Filze
Nicklheimer Filze

Fazit zur Nicklheimer Filze

Landschaftlich sind die Nicklheimer Filze eines der schönsten Moorgebiete, in denen wir bisher unterwegs waren. Im Gegensatz zu den Kendlmühlfilzen oder dem Haspelmoor bei München aber schon etwas stärker frequentiert. Kann natürlich auch einfach dem tollen Wetter am Tag unseres Besuchs geschuldet sein. Wer es ruhiger und beschaulicher mag, dem empfehlen wir auch gerne einen Spaziergang im Bergener Moos. Wobei es sich nicht um eine Filze, also ein Hochmoor handelt. Es fehlt der typische Bewuchs mit Heidekraut, Moorbirken und Kiefern, aber man läuft an sonnigen Wintertagen vor der prächtigen Kulisse der Chiemgauer Alpen in der Sonne. 

Nicklheimer Filze

Die Nicklheimer Filze verfügt über einige Optionen sich kürzere oder längere Touren zu gestalten. Die hier beschriebene Rundwanderung ist eine kurze Variante. Wir planen auch noch an einer längeren, ausgiebigeren Tour durch diesen Teil der Rosenheimer Stammbeckenmoore. Wir waren aber auf jeden Fall begeistert! Und man kann sicher mehr als einmal hierher kommen, wandern und die tolle Natur bestaunen.

Nicklheimer Filze

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Unsere Tipps fürs Wandern im Nicklheimer Moor:

  • Mückenschutz, zum Beispiel NoBite*
  • Feste, ggf. wasserfeste Schuhe bei Matschwetter oder wenn Ihr die Abstecher gehen möchtet. Wir schwören auf unsere wasserabweisenden Meindl Wanderschuhe*!
  • Fotokamera nicht vergessen!
  • Fernglas* zur Vogelbeobachtung einpacken!

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4 Kommentare

Elke 17. Januar 2022 - 17:59

Liebe Sylvia, ich liebe Moorlandschaften! Und davon haben wir im Voralpenland ja einige. Die Nicklheimer Filze kenne ich allerdings noch nicht. Vielen Dank für die tolle Ausflugsidee, die bestimmt ausprobiert wird!

Liebe Grüße aus München, Elke

Antwort
Sylvia 17. Januar 2022 - 19:04

Liebe Elke,

ja wir sind auch verrückt nach Moor. Ich freue mich sehr, wenn ich Dir noch einen lokalen Tipp geben konnte!

LG, Sylvia

Antwort
Jens 9. Januar 2022 - 16:46

Liebe Sylvia,was für ein schöner Artikel über eine traumhafte Landschaft. Sehr inspirierend. Da müssen wir unbedingt einmal hinfahren, zumal wir bisher noch nie durch ein Hochmoor gewandert sind. Wie lange hat Eure Wanderung denn etwa gedauert? Der Picknickplatz an der Hütte der Torfarbeiter klingt auch perfekt. Ideale Bedingungen für uns.Herzlichen Dank für die vielen Informationen,Jens

Antwort
Sylvia 9. Januar 2022 - 17:22

Lieber Jens,

vielen Dank für Deinen netten Kommentar! Hm… Dauer ist immer schwierig. Kommt drauf an, ob man einfach durchstopft oder so wie ich dauernd beim Fotografieren hängen bleibt ;-) Oder mit Kindern unterwegs ist, die alle Tafeln am Lehrpfad umdrehen. Reine Gehzeit schätze ich aber mal auf eine Stunde.Wenn Ihr in der Gegend seid müsst Ihr unbedingt die Moorlehrpfade in der Gegend erkunden. Ich hab noch einige andere auf dem Blog beschrieben :-)

Beste Grüße ins hoffentlich sonnigere Portugal!

Sylvia

Antwort

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